Jan 18

Wohin geht der Bitcoin ?

Diese Frage taucht zur Zeit mehr als je zuvor auf: in der Presse, in Foren, auf Social Networks.

Eine eindeutige Antwort hat keiner darauf, nur Vermutungen, Schätzungen und persönliche Meinungen. Genauso gut wie nach dem Grund für den enormen Kursverfall gesucht wird: die meisten machen China und Südkorea dafür verantwortlich.

China geht zur Zeit massiv die Miningfarmen an, da sie zu viel Strom für die Erzeugung der Kryptowährungen verbrauchen. Energie die dringend für die Aufrechterhaltung der Wirtschaft und Industrie benötigt wird und die größtenteils auf sehr umweltschädliche Weise (Kohlekraftwerke) erzeugt wird.
Doch China hat sich bisher noch nie besonders um die Schonung der Umwelt bemüht und ist neben den USA die grösste „Dreckschleuder“ auf diesem Planeten, um es mal salopp auszudrücken.

Vielmehr dürfte es um entgangene Steuergeldern gehen, da Kryptowährungen auch und besonders zum anonymen Geldtransfer benutzt werden. Der Transport von Geldern außerhalb staatlicher Aufsicht, ist allen Politikern ein Dorn im Auge und sie drängen auf Reglementierung.

So auch in Südkorea, der in punkto Kryptowährungen nach China die Nummer Zwei im weltweiten Markt sein dürfte. Südkoreanische Politiker drohen mit einer gesetzlichen Reglementierung, die dann sowohl Miner wie Handelsplattformen (Börsen) betreffen würde.

Genügen also solche Nachrichten bereits, um Bitcoin und Co. in kürzester Zeit zum rapiden Kursverfall zu bringen?

Sicherlich nicht, denn betrachtet man alle Nachrichten von 2017, so waren immer wieder solche News dabei, die auf den Kurs eigentlich Auswirkungen haben müssten, statt dessen ging es, nach kleinen Ausschlägen, stets bergauf.

Was also dann, war die Ursache für den starken Kurseinbruch?

Die schon lange prognostizierte Blase?
Eher unwahrscheinlich, denn eine Blase platz eigentlich auf einen Schlag und quasi über Nacht. Stattdessen kann man den enormen Kursverfall der letzten Tage eher mit einem Platten (am Reifen) vergleichen, wo die Luft zuerst langsam, dann aber immer stärker austritt.

Und so sieht es danach aus, was viele Verschwörungstheoretiker schon lange mutmaßen: eine Gruppe von Groß-Spekulanten haben den Kurs nach oben gepuscht um dann die Coins mit Gewinn schnell abzustoßen.
Die Annahme ist nicht weit her geholt, denn der Großteil der Bitcoins soll in Händen von nicht mehr als 100 Großinvestoren sein. Wenn auch nur ein einzelner davon eine größere Menge auf den Markt wirft, macht sich das bereits auf den Kurs bemerkbar.

Was, wenn sich einige davon, vielleicht ein Dutzend oder mehr, absprechen? Sie werfen ihre Bitcoins (und andere Kryptowährungen) auf den Markt, welcher mit sinkenden Kursen darauf reagiert.
Damit es nicht zu offensichtlich wird, werden die Verkäufe auf 2 bis 3 Tage aufgeteilt, das kostet ihnen zwar einiges durch den inzwischen eingesetzten Kursverfall, aber das nehmen sie billigend in kauf, da sie sich zu Zeiten eingedeckt haben, als die Coins noch 10 oder 20 % an Wert hatten, was sie heute haben.

Auf die sinkenden Kurse folgt natürlich eine Kette weiterer (Panik-)Verkäufe vieler Kleinanleger, was sich weiterhin auf den Kurs auswirkt.
Die großen Investoren haben ihre Coins längst abverkauft, die weiteren Kursverluste kommen nun von dem Heer der Kleinanleger.

Und wenn Sie den Verlauf der letzten Tage nachvollziehen, sieht es genau danach aus. Aber natürlich wurde der Zeitpunkt so gewählt, das ein solcher Verdacht gar nicht erst entsteht. Die Negativ-Schlagzeilen aus China und Südkorea kamen dafür genau passend und müssen deshalb offiziell für den Kursverfall herhalten.

Verblüffend ist auch noch die Aussage von Warren Buffett wenige Tage vor dem Kursverfall.
Der alte Mann, der nach eigenen Angaben keine Ahnung von Bitcoin habe, äußerte am 10.Januar vor der Presse „Sie werden ein böses Ende nehmen“.

Er selbst macht laut seiner Aussage „einen großen Bogen um Kryptowährungen“.
Da ist es doch erstaunlich, das kurz darauf die Kurse sämtlicher Kryptowährungen einbrechen. Hat Warren Buffett wirklich einen großen Bogen um Kryptowährungen gemacht?

Zwangsläufig muss man sich die Frage stellen, wie es weiter geht.
Die Kurse sind unten und das war`s dann? Sehr unwahrscheinlich das die Spekulanten es dabei belassen.
Die Katze kann das mausen nicht lassen, also werden sie auch wieder einsteigen und den Kurs erneut nach oben drücken. Wann das der Fall sein wird, ist das große Rätsel.

Lassen sie es zu, das er auf 5.000 $ oder weniger sinkt?

Eher weniger, denn wenn der Kurs erst einmal so tief gesunken ist, würde sehr viel Terrain vernichtet, will heißen: zu viele Anleger sind dann abgesprungen, haben zu hohe Verluste gemacht und werden sich auf kein neues Risiko einlassen.  Folglich werden einige Großinvestoren, die ja wieder viel Geld machen wollen, bis zur nächsten „Blase“ (besser „Platten“ vgl. Reifen-Platten), rechtzeitig einsteigen um den Kurs nicht in den Keller fallen zu lassen.

Wie kommt man zu solcher Betrachtungsweise?

Weil nahezu nichts so berechenbar ist, wie die Gier des Menschen. Und große, kapitalstarke Investoren die Chancen die sich aus Kryptowährungen ergeben nicht außer Acht lassen werden, wird ihr Kapital selbstverständlich wieder in Bitcoins & Co. fließen.
Die Frage ist nur, wann der richtige Zeitpunkt ist. Manche sind der Meinung dann wieder einzusteigen, wenn sich der Kurs relativ stabil hält, d.h. während eines Tages keine großen Schwankungen auftreten.

Spätestens jetzt wird wohl auch noch der letzte Kryptowährungs-Fan verstanden haben, das sich diese neuen Zahlungsmittel noch vollkommen in den Kinderschuhen befinden und es noch viel Zeit und Geduld brauchen wird, bis sie sich endgültig in unseren Alltag integriert haben.

 

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