Fotos, & Videos ohne Copyright zu verletzen

Ganz egal ob Sie als Webmaster eine eigene homepage betreiben oder einen Blog; vielleicht schreiben Sie auch Bücher (oder eBooks) oder posten Werbung in Facebook. Ein Problem haben Sie wahrscheinlich immer wieder „wo bekommen Sie passende Fotos, Grafiken, Illustrationen oder gar Videos her“, ohne gleich horrende Preise für die Rechte bezahlen zu müssen.

Früher war das noch „einfach“: da ging man auf Google (zuvor auch noch auf die damals dominierenden Suchmaschinen wie Yahoo, Excite, AltaVista oder Lycos) und suchte sich einfach passende Bilder heraus, hat sie heruntergeladen und verwendet.
Mit einer Selbstverständlich und ohne Rücksicht auf irgendwelche Urheberrechte, schließlich war es ja so bequem und in der Tat kam es fast nie zu irgendwelchen Konsequenzen. Damals nahmen alle Beteiligten es noch relativ locker und selbst die Beklauten waren mitunter sogar stolz darauf, das ihre Bilder so beliebt waren, das sie gleich an mehreren Stellen im Internet erschienen.

Mit den immer strenger werdenden Datenschutzgesetzen kam es auch zu einer zunehmenden Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Durch die Datenspeicherung (ermöglicht durch immer größer werdende Speicherkapazitäten) konnten Verstöße auch leichter zurückverfolgt werden und die Bösewichte wurden anhand ihrer IP-Adressen lokalisiert und günstigstenfalls abgemahnt, im ungünstigsten Fall sogar angeklagt und vor Gericht gezerrt.

Doch zu jedem Zeitpunkt gab es bereits „Public Domain“ Bilder, Grafiken, Fotos, Illustrationen. Die Urheber verzichteten, aus welchen Gründen auch immer, auf ihre Rechte und machten ihre Werke allen zugänglich.
Doch die Auswahl war ebenso wie die Qualität nicht sonderlich groß, so das längst nicht alle Themenbereiche mit ausreichend Grafikmaterial abgedeckt waren.

Schließlich entstanden die ersten Datenbanken in Internet-Portalen, die Fotos und Grafiken ohne Urheberrechte sammelten und jedermann zum kostenlosen download und Verwendung anbieten.
Diese Portale finanzieren sich durch Werbung sowie teils durch den Verkauf kostenpflichtiger Grafiken, die unmittelbar neben den Gratis-Motiven dargestellt werden und so zum Kauf anlocken sollen.


Zum Teil wird aber auch auf diesen Internet-Portalen schon klar unterschieden zwischen dem Verwendungszweck. So ist bei manchen Anbietern die kostenfreie Verwendung nur für private Zwecke zugelassen, also z.B. für Geburtstagsgrüsse. Die Verwendung für Vereine ist da oftmals schon etwas strittig, ob es sich noch um eine private oder bereits um eine gewerbliche Verwendung handelt.
Auf diesen Wege will man nämlich Geld verdienen, indem man bei gewerblicher Verwendung (für ein und selbe Bild) kräftig die Hand aufhält.

Doch die „Geiz ist Geil“-Welle machte auch vor diesem Sektor des Internets keinen Halt: es kamen zunehmend Portale ins Internet, die Fotos und Grafiken (ja teils sogar Videosequenzen) vollkommen kostenlos anboten, sowohl für private wie gewerbliche Verwendung.

Doch bis dahin war es noch ein weiter Schritt und auf dem Weg dahin behauptete sich ein deutschsprachiges Portal als Platzhirsch: pixelio.de
Eine zeitlang schien es, als führe kein Weg an Pixelio vorbei, wenn man kostenlos Fotos für die Homepage braucht. Und so wurden die Bilder von Pixelio auch massenweise verwendet, was für manche zu bösen Überraschungen führte.

Denn ganz so einfach war es nicht mit der freien Verwendung von Pixelio-Bildern: es musste schon ein deutlicher Herkunftsnachweis angebracht werden. Und dabei genügt als Quellenangabe nicht alleine die Nennung des Namens „Pixelio“, sondern es musste der vollständige Name des Fotografen (bzw. Rechteinhabers) genannt werden.
Oft wurde sich damit begnügt. wenn dieser Hinweis am unteren Rand einer Seite erschien, oder gar zusammengefasst im Impressum. Doch mit der Zeit wurde es immer prekärer und der Hinweis sollte unmittelbar am Bild erscheinen.


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Sei es aus Unwissenheit oder einfach nur Leichtsinn: viele Webmaster übersahen diese Regularien und viele wurden daraufhin auch prompt mit Abmahnungen beglückt, ausgestellt von Anwälten die darauf spezialisiert waren. Und man konnte sich den Eindruck nicht verwehren, das bisher eher erfolglose Fotografen sich auf diese Weise ein ordentliches Einkommen verschafften.
Schließlich kostet eine solche Abmahnung gleich mehrere hundert Euro, was dem Fotografen mehr einbrachte als das Honorar für die Verwendung seiner Fotos.

Pixelio hat sich dadurch sehr unbeliebt gemacht und wurde im Internet sehr verrufen. In Foren wurde nicht selten von purer Abzocke geschrieben, auch wenn es nur einzelne Fotografen betraf, die auf diese Weise über Pixelio die User abgezockt haben. Der Ruf des Portals war hinüber.
Zwar existiert Pixelio noch, vegetiert aber nur noch am Rande dahin, denn  sowohl die Auswahl der Fotos als auch das altbackende Design lockt kaum mehr einen User an.

Ein großer Konkurrent hat sich aufgetan, der Pixelio nahezu sämtlich Kunden abjagte, schon wegen seiner nutzerfreundlichen Bedingungen: alle Fotos, Grafiken und Videos sind generell kostenlos verwendbar, egal ob privat oder gewerblich. (geringe Einschränkungen sind deutlich gekennzeichnet). Das Portal heißt Pixabay und enthält nach eigenen Angaben bereits über 1 Million Fotos, dazu kommen Illustrationen und Videosequenzen.

Pixabay finanziert sich durch Werbung und durch Empfehlungen für kostenpflichtige Fotos (weil das Gesuchte vielleicht trotz der großen Auswahl nicht gefunden wird).  Die Fotografen stellen ihr Material zum kostenlosen download und zur kostenlosen Verwendung zur Verfügung, wer diesem Service seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen möchte, könnte eine kleine Spende für Kaffeekasse des Fotografen hinterlassen.
Nach jedem download wird ein entsprechender Hinweis mit einem Link zu Paypal angezeigt.

Neben Pixabay gibt es eine weitere Plattform, die mehr im englischsprachigen Raum verbreitet ist, dort aber nicht weniger beliebt: Pexels.

Pexels beschreibt sich selbst sehr einfach und leicht verständlich:

Was ist erlaubt ?

  • Alle Fotos auf Pexels können kostenlos für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke verwendet werden.
  • Eine Namensnennung ist nicht erforderlich. Dem Fotografen oder Pexels zu erwähnen ist also nicht notwendig, aber wir freuen uns immer.
  • Du kannst die Fotos bearbeiten. Sei kreativ und ändere die Fotos nach Belieben.

Bei soviel Freiheiten muss es doch auch Einschränkungen geben, sagen Sie sich vielleicht. In der Tat gibt es die, allerdings sollten sie fast schon selbstverständlich sein:

Was ist nicht erlaubt ?

  • Erkennbare Personen dürfen nicht in einem schlechten Licht dargestellt werden oder in einer anderen anstößigen Weise.
  • Verkaufe keine unveränderten Fotos, z.B. auf einer Stockfoto Webseite, als Poster, Druck oder auf einem physischen Produkt
  • Implizier nicht, dass Personen oder Marken auf dem Bild Dein Produkt empfehlen oder befürworten.
  • Verbreite oder verkaufe die Fotos nicht auf anderen Foto- oder Hintergrundplattformen.

Alles klar, oder ?

Übrigens bei Pixabay sehen die Konditionen fast genauso aus und sind sowohl unter FAQ als auch unter LIZENZ exakt nachzulesen.

PIXNIO ist ein weiterer Anbieter mit Public Domain Fotos mit einer etwas kleineren Auswahl aber doch ganz sehenswert.

PXHERE mischt auch noch in dem Markt mit.

Max Pixel ähnelt auf den ersten Blick Pixabay, doch mit rund 590.000 freie Bilder kommt es an deren Größe noch nicht heran, dennoch eine weitere interessante Alternative.

Und schließlich darf man WIKIPEDIA COMMONS nicht außer Acht lassen, mit erstaunlichen 51 Millionen Media-Files. 

Eine unerschöpfliche Bilderquelle für frei verfügbare Fotos ist, obwohl dies oft übersehen wird, Google.
Fotos mit Google zu finden ist ja bestimmt nichts neues, was aber viele nicht beachten, das man die Suchergebnisse auch filtern kann.
Standartmäßig zeigt Google die Bilder-Suchergebnisse „Nicht nach Lizenzart gefiltert“ an.  Klickt man oben auf „Tools“ und dann auf „Nutzungsrechte“, kann man die Suchergebnisse nach verschiedenen Kriterien filtern. Zur Auswahl stehen:

  • Zur Wiederverwendung und Veränderung gekennzeichnet
  • Zur Wiederverwendung gekennzeichnet
  • Zur nicht kommerziellen Wiederverwendung und Veränderung gekennzeichnet
  • Zur nicht kommerziellen Wiederverwendung  gekennzeichnet

Wer auf der Suche nach Videos ist, kann außer bei den vorgenannten Portalen (besonders Pixabay und Pexels) auch direkt auf Youtube fündig werden:

Nach Eingabe des Suchbegriffs klicken Sie oben links (unterhalb des Such-Eingabefeldes) auf Filter. Es öffnet sich ein drop-down-Menü, wählen Sie dort unter Eigenschaft „Creative Commons“ aus.
Damit erhalten Sie als Suchergebnisse alle Videos zu dem gesuchten Thema, die Sie übernehmen dürfen für ihre Zwecke, eingeschlossen die entsprechenden Veränderungen die Sie vornehmen möchten.

Fazit:
Das Internet ist reich an kostenlosen Material, manchmal genügt es schon etwas zu googeln. Unverständlich erscheint da, das es immer noch Angebote (u.a. auch auf eBay) gibt, wo lizenzfreie Fotos und Videosequenzen zu Preisen angeboten werden, wo man nur den Kopf schütteln kann.



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